Autor*innen: Günter Roth | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 10 | Heft: 1 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.01.2007 | DOI: 10.3936/docid200420
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Abstract
Angesichts gravierender Qualitätsprobleme in der ‚gerontologischen Pflege’ oder der beruflichen Altenpflege herrscht in der Gesellschaft, aber auch der Fachwelt oft ein Pendeln zwischen Verdrängen, Skandal und Aktivismus, ohne dass die Hintergründe struktureller Probleme und die spezifische soziale Logik des prekären Feldes und seiner Leiden ausreichend analysiert und Besserungen in Sicht wären. Deshalb sollen in dem vorliegenden Beitrag Dilemmata der Altenpflege und ihre Hintergründe vor allem mithilfe des feldtheoretischen Ansatzes von Pierre Bourdieu soziologisch aufgeklärt werden. Dabei wird gezeigt, dass gängige, oft implizit bleibende, theoretische Vorstellungen und Konzepte des Funktionalismus einerseits und interpretative Ansätze andererseits – trotz ihrer jeweils für sich bestehenden empirischen Evidenz – nicht weit genug gehen, vor allem, weil die Prekarität des sozialen Feldes mit seinen Machtstrukturen und sozialen Disparitäten sowie Konflikten weitgehend außer Acht bleibt. Mithilfe der Konzepte ‚Feld’, ‚Kapital’, ‚Habitus’ und der ‚Logik des symbolischen Tauschs’ können dagegen die strukturellen Probleme der gerontologischen Pflege besser verstanden werden, woraus insbesondere deutlich wird, warum Professionalisierung und Qualitätsmanagement in der gerontologischen Pflege vielfach auf der Stelle treten (müssen). In einer Synthese werden daraus Hypothesen zu den Hintergründen von Pflegemängeln generiert, die mit neueren empirischen Befunden – auch zur Ergebnisqualität oder outcomes – verknüpft werden. Zudem werden weitere Forschungsperspektiven, insbesondere zu den Grundlagen und zur Genese des bisher wenig geklärten ‚Pflegehabitus’, aufgezeigt.
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