Autor*innen: Louisa Zupan-Sebos | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 6 | Heft: 2 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.02.2003 | DOI: 10.3936/docid200766
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Abstract
Forumtheater ist eine Theatermethode, bei der am Graben zwischen Publikumsraum und Bühnenraum mit dem Ziel gearbeitet wird, diesen zu überwinden. Mit der Darstellung Variationen zwischenmenschlicher oder sozialpolitischer Konfliktbereiche wird ein Dialog aufgebaut und durch Debattieren werden Lösungsansätze erarbeitet, die nicht auf der Grundlage einer Ideologie entwickelt werden, sondern aus dem Kontext des betroffenen Forums. Die Entstehungsgeschichte des Stückes wird erläutert, um einen Einblick in dieses Schaffen zu ermöglichen. „Wenn eins und eins mehr als zwei gibt I und II“ werden mit der Absicht vorgestellt, Forumtheater genauer zu erläutern, von der Aktion in Lernwelten 2002 zu berichten, aber auch, um anhand des Stückes verschiedene Aspekte rund um die Methode Forumtheater zu explorieren. Kurt Lewin (1870-1947) war der Wegbereiter partizipativ gesteuerter Veränderungsprozesse und eröffnete mit seinen Forderungen und seinem Konzept der Aktionsforschung ein Feld, auf dem Paolo Freire mit seiner Pädagogik der Unterdrückten aufbauen konnte. Augusto Boal entwickelte Theatermethoden, mit welchen die Thematik der Unterdrückung aufgenommen wird. Die Befreiung des Volkes, des Forums, ist bis heute sein Ziel und beginnt im Theater, deshalb soll das Publikum den Graben zwischen Zuschauerraum und Bühnenraum überwinden, die Bühne selbst betreten, die Veränderungsvorschläge selber in die Hand nehmen. Die Zuschauspieler/innen werden sensibilisiert, ja sensibilisieren sich selbst, sie steigen aus der Apathie, welche Unterdrückung auslöst, heraus, um schließlich ihre Zivilcourage und Autonomie wieder zu entdecken. Forumtheater beruht auf dem Prinzip des Rollentausches, Veränderungsvorschläge werden nicht in theoretischer Weise vom Publikumsplatz vorgeschlagen, sondern in der Rolle selbst auf Realitätstauglichkeit geprüft. „In den Schuhen des anderen gehen“, ganz im Sinne des Schöpfers des Psychodramas: Jacob Levi Moreno
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