Zum Inhalt springen

„Selbstbestimmung“ im Kontext von Hilfeund Pflegebedürftigkeit – Zum Begriff einer Fiktion

Autor*innen: Lakshmi Kotsch, Ronald Hitzler   |   Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen   |   Jahrgang: 14   |   Heft: 2   |   Seiten: 1 bis 1   |   Erscheinung: 01.02.2011   |   DOI: 10.3936/1066


Abstract

Der Begriff „Selbstbestimmung“ wird in unserem unmittelbaren und mittelbaren alltäglichen Miteinander – seiner relativen Vagheit ungeachtet – ebenso häufig wie selbstverständlich verwendet. Dies weist darauf hin, dass es sich dabei um eine Konsensfiktion handelt, d. h. um eine zunächst einmal fiktive Übereinstimmung darin, was seine genauere Bedeutung ‚tatsächlich‘ ausmacht. Auch im Kontext von Hilfeund Pflegebedürftigkeit wird der Begriff zunehmend häufig und zugleich uneindeutig verwendet. Besonders in der professionellen Pflege jedoch wird Selbstbestimmtheit von Klienten zu einer praktischen Problemstellung der Interaktionen zwischen Hilfeempfangenden und Hilfeleistenden. Denn pflegebedürftige Personen sind auf die Unterstützung der jeweiligen Helfer angewiesen, um ihr – in verschiedenen juristisch relevanten Dokumenten deklariertes – Recht auf Selbstbestimmung so weitgehend wie möglich verwirklichen zu können. Um zu einem gegenstandsangemessenen Begriff von Selbstbestimmung im Kontext von Hilfeund Pflegebedürftigkeit zu gelangen, müssen deshalb Interaktionen, die (zumindest auch) der Selbstbestimmtheit des Klienten dienen, in den Fokus des forschenden Interesses rücken. Im Anschluss an ein von uns bereits durchgeführtes Projekt zur interaktiven Praxis zwischen körperbehinderten Menschen und ihren Helfern im Rahmen des „Assistenzmodells“ beabsichtigen wir nun, die (versuchte) Umsetzung des Rechtes auf Selbstbestimmung kognitiv beeinträchtigter Personen zu rekonstruieren. Zu diesem Zweck werden wir uns exemplarisch Interaktionen zwischen demenzkranken Menschen und (ihren) professionellen Pflegekräften zuwenden. In diesem Artikel problematisieren wir den Gebrauch des Selbstbestimmungsbegriffs im Kontext von Hilfeund Pflegebedürftigkeit.


Dieser Artikel ist mit einem Online-Abonnement via CareLit Complete sowie über die Rechercheoberfläche der Fachzeitschrift zugänglich.


PFLEGE STUDIE KOMMUNIKATION DEMENZ LEBEN INTERAKTION HILFE SOZIOLOGIE RECHT
18,64 € 18,64 €
19,95 €

Allgemeine Geschäftsbedingungen
30-Tage-Geld-zurück-Garantie
Versand: 2-3 Geschäftstage