Autor*innen: Matthias Brünett | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 17 | Heft: 7 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.07.2014 | DOI: 10.3936/1262
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Abstract
In England wurde ein Anerkennungsverfahren für demenzfreundliche Kommunen (DfK) entwickelt. In Deutschland haben DfK-Initiativen eher den Charakter einzelner Modellprojekte und basieren außerdem auf einer alternativen, medikalisierungskritischen Sichtweise der Demenz. Vor dem Hintergrund des foucaultschen Konzepts der Gouvernementalität und methodisch orientiert an der Wissenssoziologischen Diskursanalyse wurden die aktuellen Entwicklungen in England untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass DfK in England als Teil des Versorgungssystems instrumentalisiert, Menschen mit Demenz als Objekte und Subjekte des Wissens konstruiert werden und Aspekte einer „Vermarktlichung“ der Demenz sowie die Entdeckung der Menschen mit Demenz als Kunden beschrieben werden kann. Im Hinblick auf die Konzeption von DfK in Deutschland sollte von einer zentralisiert-regulativen Förderung und Institutionalisierung demenzfreundlicher Initiativen abgesehen werden, weil der alternative Zugang zu DfK instrumentalisiert und schließlich in medikalisierte Sichtweisen integriert würde.
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