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Tabu - und trotzdem Routine Vorgeburtliche Diagnostik und die Praxis des eingeleiteten Todes

Autor*innen: Kehrbach, A.   |   Zeitschrift: Dr. med. Mabuse, Frankfurt   |   Jahrgang: 23   |   Heft: 5   |   Seiten: 61 bis 64   |   Erscheinung: 01.05.1998   |   DOI: 10.3936/docid45835


Abstract

Die Autorin möchte sich mit ihrem Beitrag der dunkelsten Seite von pränataler Diagnostik zuwenden: Über die Praxis des eingeleiteten Todes im Krankenhaus, über den Umgang mit Frauen, die keiner haben will. Eine Praxis, die Routine geworden, dennoch gesellschaftliches tabu geblieben ist, und, wie es ihr scheint, in Stille stattzufinden hat. Es ist ein Irrglaube, vorgeburtliche Diagnostik verhelfe zu gesunden Kindern. Sie korrigiert keine genetischen Defekte, sie heilt keine erkrankten Föten. Es geht kein Weg daran vorbei: Ihre Kehrseite ist der künstlich herbeigeführte Tod. Pränatale Diagnostik suggeriert den Frauen: Wenn das medizinische Angebot angenommen wird, läßt sich viel Leid ersparen. Bestätigt sich die Annahme eines genetisch defekten Fötus, beginnt ein anderes Leid.


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