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Arzt im Angesicht des Grauens

Autor*innen: Göres, J.;   |   Zeitschrift: Dr. med. Mabuse, Frankfurt   |   Jahrgang: 33   |   Heft: 9   |   Seiten: 8 bis 9   |   Erscheinung: 01.09.2008   |   DOI: 10.3936/docid107739


Abstract

Weder Wort noch Bild können auch nur annähernd wiedergeben, was ich gesehen habe. Ich bin 30 Jahre Arzt, ich habe alle Schrecken des Krieges gesehen, aber ich habe nie etwas Ähnliches gesehen wie im Lager Belsen. Das schrieb der britische Militärarzt Hugh Llewelyn Glyn Hughes kurz nach der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch britische Truppen am 15. April 1945, bei der Hughes auf noch nie gesehenes Elend traf. Tausende offen auf dem Lagergelände liegende, nur noch aus Haut und Knochen bestehende Leichen alleine in den zehn Wochen vor der Befreiung waren hier 34.000 Häftlinge verhungert oder an Seuchen gestorben. Tausende ausgehungerte und von Krankheiten gezeichnete Menschen, die sich nicht mehr auf den Beinen halten konnten und für die die nächsten Stunden und Tage über Leben und Tod entscheiden sollten.


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