Autor*innen: François-Kettner, H. | Zeitschrift: Dr. med. Mabuse | Jahrgang: 50 | Heft: 2 | Seiten: 72 bis 76 | Erscheinung: 28.05.2025 | DOI: 10.3936/ALDM217
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Abstract
Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich in einer tiefen und vielschichtigen Krise. Zunehmende Versorgungsengpässe, lange Wartezeiten auf Arzttermine – insbesondere für gesetzlich Versicherte – , regionale Unterschiede im Zugang, immer teurer werdende Pflege und regelmäßige Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten prägen den Alltag vieler Menschen in Deutschland. Die Vorteile, die Privatversicherte oftmals genießen, vergrößern die Kluft zwischen den Versicherten weiter: In vielen Praxen wird ihre Behandlung aufgrund höherer Honorierung bevorzugt, wodurch das Zwei-Klassen-System in der Versorgungswirklichkeit deutlich spürbar bleibt. Die Organisation und Steuerung der Versorgung gestaltet sich zunehmend schwierig - gerade an den Übergängen zwischen ambulanter, stationärer und pflegerischer Versorgung nehmen Reibungsverluste, Wartezeiten und Qualitätseinbußen zu. Gleichzeitig steigen die Kosten für das Gesamtsystem immer weiter an, ohne dass sich die Versorgung der Bevölkerung spürbar verbessert.
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