Autor*innen: Andreas Parthum, Ingrid Pillipp | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 12 | Heft: 4 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.04.2009 | DOI: 10.3936/docid200159
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Abstract
Aus den Daten einer Evaluationsstudie zum Schmerzmanagement auf einer Intensivstation wurde in der vorliegenden Arbeit die Frage beantwortet: Wie genau sind rückblickend, für den Aufenthalt auf der Intensivstation angegebene Schmerzintensitätswerte kardiochirurgischer Patienten? In die deskriptive Auswertung wurden 69 Patienten eingeschlossen. Diese wurden nach ihrer Verlegung zum Schmerzerleben während des Aufenthaltes auf der Intensivstation befragt. Die Genauigkeit der dabei retrospektiv angegebenen Ruheund Belastungsschmerzwerte wurde anhand der minimal sowie maximal dokumentierten Intensitäten überprüft. Hierfür wurde die Differenz aus den auf der Intensivstation dokumentierten Schmerzwerten und den retrospektiv angegebenen Intensitäten gebildet. Den Ruheschmerz überschätzten 50, 7%, den Belastungsschmerz 43, 5% der Patienten. Unterschätzt wurde der Ruheschmerz von 8, 3%, der Belastungsschmerz von 23, 2% der Teilnehmer. Die zum Zeitpunkt der Befragung empfundene Schmerzstärke und die wahrgenommene Veränderungen des Schmerzverlaufes nehmen Einfluss auf die rückblickende Angabe der Intensität. Aufgrund der häufigen Fehleinschätzungen wird eine engmaschige Aufzeichnung des Verlaufes der postoperativen Schmerzstärke empfohlen. Bei retrospektiver Erhebung sollten für den betreffenden Zeitraum die minimale, durchschnittliche und maximale Schmerzintensität erfasst werden. Zukünftige Forschungsarbeiten können der Frage nachgehen, inwieweit unmittelbar postoperativ beschriebenen Erinnerungsverzerrung fortbestehen oder sich im weiteren Behandlungsverlauf verändern.
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