Autor*innen: Andrea Braun von Reinersdorff | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 10 | Heft: 9 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.09.2007 | DOI: 10.3936/docid200367
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Abstract
Vor dem Hintergrund der soziodemographischen Veränderungen in meisten Industrienationen, die sich in einer steigenden Lebenserwartung und sinkenden Geburtenraten bei einer gleichzeitig zu konstatierenden Anspruchsinflation der Patienten manifestieren, drohen die Gesundheitsund Sozialversicherungssysteme ceteris paribus zu kollabieren, sofern nicht auf der mikround makroinstitutionellen Ebene strategisch gegengesteuert wird. Schon heute stößt das medizinischinnovatorische Mögliche an die Grenzen der Finanzierbarkeit, so dass der Anspruch der maximalmedizinischen Versorgung einer leistungsund qualitätsreduzierten Basisversorgung weichen wird. Die von politischer Seite öffentlich nicht gewünschte Rationierung medizinischer Leistungsangebote existiert derzeit insofern, als dem Patienten das medizinische Leistungsoptimum aus Kostengründen vielfach vorenthalten wird. Zur Vermeidung einer sozialstaatlich bedenklichen Leistungsverknappung wird in diesem Beitrag für die gezielte Erschließung systemimmanenter Leistungsreserven über intelligente Geschäftssysteme, Strategieinnovationen und Produktivitätsoffensiven optiert, um so knappe Gesundheitsressourcen leistungsempfängeroptimal einzusetzen. Einhergehend mit dem Postulat der Finanzierung „medizinisch ausreichend und notwendig“ avanciert die Prämisse der Kostenführerschaft zur Normstrategie des öffentlichen Gesundheitswesens. Problemverschärfend wirkt die Tatsache, dass viele Gesundheitseinrichtungen nicht über die Potenzialund Prozessinfrastruktur sowie die daraus resultierenden Skaleneffekte verfügen, um die geforderten Produktivitätsreserven zu erschließen. Viele Krankenhäuser steuern strategisch interpretiert auf eine „Stuckinthe-Middle“-Position zu, sofern sie sich dem Trend zur Etablierung vernetzter Gesundheitsinstitutionen und innovativer Geschäftssysteme verschließen.
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