Autor*innen: Änne-Dörte Jahncke-Latteck, Prof. Petra Weber | Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen | Jahrgang: 7 | Heft: 1 | Seiten: 1 bis 1 | Erscheinung: 01.10.2004 | DOI: 10.3936/docid200623
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Abstract
Bei einem großen Träger der Hamburger Behindertenhilfe fand ein zweijähriges Projekt mit dem Titel „Qualität in der Pflege“ statt. Einen Projektbestandteil stellten Pflegeberatungen für erwachsene Menschen mit erheblichen geistigen und mehrfachen Behinderungen sowie für pädagogisch ausgebildete Mitarbeiter dar. Im Arbeitsfeld der Behindertenhilfe nimmt Pflege als Profession im Vergleich zur Pädagogik zurzeit eine untergeordnete Rolle ein. Eine wesentliche Ursache kann darin gesehen werden, dass der behinderte Mensch vor 150 Jahren Objekt theologischer und später medizinischer Bemühungen war. In den 60er und 70er Jahren bemächtigte sich in Zusammenhang mit der Psychiatrieenquête die Pädagogik des Menschen mit Behinderung, um ihn zu fördern und in die Gesellschaft zu integrieren. Aus Sicht der Pädagogik hat sich damals die Behindertenhilfe von der medizinischen Betrachtung der Behinderung gelöst und im damaligen Kontext auch von der pflegerischen Dominanz emanzipiert. Inzwischen wird durch einen zunehmenden Anteil von pflegebedürftigen Behinderten die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit pflegerelevanten Hilfebedarfen gesehen. Mit dem Projekt „Qualität in der Pflege“ hat sich ein Träger der Behindertenhilfe diesen veränderten Bedingungen mit unterschiedlichen Interventionen zugewandt. Im Folgenden wird ein Projektbestandteil, die Pflegeberatung, vorgestellt. Dabei werden die Schritte Bedarfsanalyse, Inhalte und Ergebnisse der Beratung sowie ihre Evaluation beschrieben. Die wesentliche projektbasierte Erkenntnis besteht darin, dass umfassende pflegebezogene Problemeinschätzungen der Bewohner in der Behindertenhilfe durch das zurzeit dort tätige pädagogische Personal nur unzureichend vorgenommen werden können.
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