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Die Zukunftsorientierung der deutschen Pflegewissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege. Ein Plädoyer zur Konturierung pflegewissenschaftlicher Identität

Autor*innen: Prof. Dr. Michael Bossle   |   Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen   |   Jahrgang: 18   |   Heft: 2   |   Seiten: 1 bis 1   |   Erscheinung: 01.02.2015   |   DOI: 10.3936/1288


Abstract

Die deutsche Pflegewissenschaft an der Schnittstelle von Alter(n) und Pflege richtet sich in Ihrer Zukunftsorientierung besonders an den tiefgreifenden Phänomenen des ökonomischen und epidemiologischen Wandels aus. Vor dem Hintergrund retrospektiver Prognosen aus Expertengutachten wurden vier deutschsprachige wissenschaftliche Journals mit dem Ergebnis analysiert, dass in den Jahren 1999-2008 thematisch vor allen Dingen die Zunahme der Hochaltrigkeit, die zunehmende Pflegebedürftigkeit, die Handhabbarkeit des Pflegebedarfs, der Wandel im Erkrankungsspektrum, der medizinische und medizinisch-technische Wandel sowie die Qualitätsund Qualitätssicherungsdebatte fokussiert wurden. Thematische Dimensionen wie der Rückgang der Geburtenraten, ein damit zusammenhängender Gesamtbevölkerungsschwund, Themen wie primäre Prävention oder Hintergründe der Kostenzunahme im deutschen Gesundheitssystem verbunden mit verschiedenen Interessenslagen, die im Zusammenhang mit Fortschritt und Kosten stehen, gerieten im Untersuchungszeitraum nicht in den Blick. In einer interdisziplinären Gruppendiskussion mit Experten zu den Ergebnissen wurde besonders das Spannungsfeld von Disziplinarität und Interdisziplinarität durchleuchtet. Als eine Begründung für mangelnde Disziplinarität wurde angeführt, dass die deutsche Pflegewissenschaft besonders in den Bereichen theoriebildender Forschung in den letzten beiden Dekaden – von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen - eine Leerstelle zeigt. Die Forschungsbemühungen führten die deutsche Pflegewissenschaft sehr schnell in interdisiplinäres Terrain, ohne dass ihre disziplinären Grenzen annähernd geklärt waren, was wiederum auch an der Akademisierung der Pflege in dem für Grundlagenforschung nur unzulänglich ausgestatteten Feld der Fachhochschulen lag. Eine intensive Konturierung des Gegenstandes, Erkenntnisinteresses sowie der Theoriebildung in der deutschen Pflegewissenschaft an besagter Schnittstelle scheint gegenwärtig und zukünftig dringend angezeigt, um der Pflegewissenschaft stärkere disziplinäre Identität zu verleihen.


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