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Funktion und Gestaltung familiärer Hilfen im Angesicht existenzieller Erfahrungen von Angehörigen auf der Intensivstation

Autor*innen: Martin Nagl-Cupal, Wilfried Schnepp   |   Zeitschrift: Pflegewissenschaft, Hungen   |   Jahrgang: 14   |   Heft: 5   |   Seiten: 1 bis 1   |   Erscheinung: 01.05.2011   |   DOI: 10.3936/1088


Abstract

Sobald ein Familienmitglied schwer erkrankt auf der Intensivstation liegt, sind Angehörige da, um ihm beizustehen. Angehörige gehören somit zum festen Bestandteil einer Intensivstation. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie familiäre Hilfen im Kontext einer existenziellen Erfahrung für die gesamte Familie durch die kritische Erkrankung eines Familienmitglieds auf der Intensivstation gestaltet werden. 22 Familienmitglieder aus 11 Familien wurden interviewt, deren Angehörige vorher oder zum Zeitpunkt des Interviews auf einer Intensivstation in vier Krankenhäusern in Österreich lagen. Die methodische Vorgehensweise war an der Grounded Theory nach Strauss (1994) bzw. Strauss und Corbin (1996) ausgerichtet. Mit „den eigenen Beitrag leisten” tun Angehörige etwas für ihr krankes Familienmitglied, das nur sie selber als Familienmitglieder tun können und wirken dabei am Überleben und am gesamten Genesungsprozess mit. Durch das permanente „Da sein“ am Bett übernehmen Angehörige Schutzund Sorge-Verantwortung. Um die Zeit auf der Intensivstation erfolgreich zu meistern, beteiligt sich die ganze Familie, in dem Verantwortungen geteilt werden und die Familienmitglieder in dieser schwierigen Zeit füreinander da sind. Die selbstverständlich erbrachten familiären Hilfen sind dabei häufig das Ergebnis von Aushandlungsprozessen, da die Frage geklärt werden muss, ob sie für das kranke Familienmitglied hilfreich sind. Dadurch wird auch geregelt, wer zu Besuch kommen darf und wer nicht, und es bildet sich ein familiärer Kern, der die Sorge für das kranke Familienmitglied am Bett übernimmt. Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zum Verständnis von Familie auf Intensivstationen und bietet der praktischen Pflege Einblick in die Realität von Angehörigen, anhand derer sie ihre Annahmen sowie die gängige Praxis überprüfen können.


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